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Vom Chrigu zur LBB

Der Bäckermeister Paul Gyger, oder Chrigu, wie er sich nennen liess, war in den zwanziger Jahren in Biel der Allround-Unterhalter. er spielte Klavier, sang Couplets, und rezitierte. Diese Kunst und seine gesellige Art brachten ihm viele Freunde. Chrigu wurde zum stadtbekannten Original. Leo Delsen, der Direktor des Städtebund-Theaters Biel-Solothurn, zählte zu seinem Freundeskreis.

Es war die Zeit, wo von draussen ganz unschweizerische Töne über die Grenzen kamen. Der Nationalsozialismus versuchte mit seinen Ideen die Schweiz zu verseuchen. Hauptattraktionen in Chrigus Auftritten war das selbstgebastelte Stück: "Die Rekrutenprüfung". Sein Partner hiess Fritz Schänzli, seines Zeichens Coiffeurmeister, der auch das Amt des Schminkers übernahm. Keine Aufführung glich der andern. Chrigu war ein Meister der Improvisation. Je nach Publikum und Situation änderte er die Pointen.

Das brachte Leo Delson auf die Idee, auch Mundart auf die Bühne zu bringen. Er trat damit an seinen Freund heran und fand Gehör. Sofort suchte Gyger mittels Inserat Leute mit gleicher Gesinnung. So fanden sich am Donnerstag, den 31. März 1932, im Restaurant "zu Kaufleuten" folgende Personen zur Gründung einer Theatergruppe ein:

Fritz Schänzli, Klara König-Teutsch, Mina Enzmann-Oester, Erika Gloor, Anna Herzig, werner Dornier, werner Muhmenthaler, Hans Biedermann, Fredu Ryser, Fritz Bannier und Paul Gyger. Paul hatte auch schon ein Theaterstück bereit: W. Zulligers "Uf all Fäll glingt's". Die Rollen wurden verteilt und mit den Proben begonnen. Schon am 8. Mai 1932 war Premiere im Stadttheater. Die Truppe nannte sich, weil sie sich als Liebhaber des Theaters fühlte, "Liebhaberbühne Biel". Der Erfolg war da, und man beschloss weiterzufahren. Getragen vom Erfolg wollte man weiterspielen. Um als Verein zu gelten, brauchte es Statuten. Diese wurden am 8. Juni 1932 genehmigt.

Erster Präsident war Paul Gyger. Die Bühne hatte den Zweck, mundartliche Bühnenkunst zu fördern und die Geselligkeit unter den Mitgliedern zu pflegen. Die finanziellen Mittel sollten aus den Theateraufführungen hereinfliessen. Die Mitglieder sind noch heute von Geldbeträgen befreit. Ihr Beitrag besteht in der aktiven Mitwirkung bei Aufführungen.